Is gestern, die französische Revolution

Die Zeit der Revolution war in Is-sur-Tille geprägt von einer patriotischen Inbrunst, aber dennoch ohne viele Exzesse. Die Stadt wurde 1790 Distrikt im Departement, mit der Zugehörigkeit von 82 Kommunen. Diese wichtige administrative Steigerung verhalf ihr dazu, Sitz eines Tribunals zu werden, welches neben dem Direktorium des Distriktes eine herausragende Rolle spielte, um lokale Dinge zu leiten und zu bestimmen, konform mit dem revolutionären Ideal.

Dieses revolutionäre Fieber führte zu Gründung einer Reihe von politischen Clubs und Gesellschaften. Im Besonderen zu einer „Volksgesellschaft“, die der Muttergesellschaft der Jakobiner in Paris nahe stand. Sie versuchte in Is die demokratische Idee durchzusetzen und den Einfluss des Bürgertums zu verringern. Sie nahm eine Entwicklung, die sie bis zur Umsetzung der Politik des ‚Terreur’ führte.

Mit der Exekution Robespierres und der Politik der Reaktion, die nunmehr begann, musste Dominique Larché, der zu dieser Zeit Bürgermeister und die Seele der „Volksgesellschaft“ war, zurücktreten und wurde entwaffnet, so wie zwei weitere 'Terroristen', ein Wirt und ein ehemaliger Richter des Tribunals.

Selbst in den schlimmsten Zeiten des ‚Terreurs’ kam es in Is zu keinerlei nennenswerten Ausschreitungen oder Gewalttaten. Die politischen Gefangenen, darunter Madame de Bretaigne, Madame Perreney, Mütter von vermeintlich emigrierten jungen Männern, sowie Jacques Riboulet, geweihter Priester und außerhalb der Verfassung stehend, wurden menschlich behandelt. Madame Lecompasseur de Courtivron wurde mit ihren Kindern am 18. Mai gefangen genommen und im städtischen Gefängnis untergebracht. Sie brachte aber den Gemeinderat dazu, ihr zwei Mal wöchentlich eine Stunde Ausgang zu gewähren, welchen sie unter Aufsicht des Bürgers Brulet, Chirurg zu Is-sur-Tille, verbrachte.

Das Eigentum des Klerus war zum Nationaleigentum erklärt worden und wurde ab dem 2. November 1789 versteigert. Im Distrikt Is-sur-Tille verkaufte man das Eigentum der Abtei von Bèze, das der Abtei von Saint-Seine, des Klosters der Kapuziner, des Pachtgutes von Mauritaines, den Weiher und die Mühle von Marcilly, das Schloss von Courtivron und das Gut Fossé. Einige sehr eifrige Patrioten verkauften auch das Hab und Gut der Krankenstube (Hôpital) von Is-sur-Tille, obgleich eine Verordnung der Departements-Verwaltung das Projekt zu dessen Verkauf aufgehoben hatte. Auguste Mochot bedauert in seinem Buch diesen übertriebenen Eifer, ein einzigartiger Vorfall in den 7 Distrikten des Departements.

Die Stadt Is-sur-Tille schloss sich allen großen nationalen Bewegungen der Epoche an. Eine Miliz der Nationalgarde wurde schon am 21. Juli 1789 gegründet und nahm an den regionalen und nationalen patriotischen Manifestationen teil. So zum Beispiel an den Feierlichkeiten des Verbandes auf dem Champ de Mars in Paris am 14. Juli 1790.

Den größten patriotischen Elan in Is konnte man sicherlich 1792 beobachten, als 9 Freiwillige sich spontan meldeten, um  gegen den Feind zu marschieren. Baptiste Sirodot, Richter im Distrikt und Vater eines solchen Freiwilligen, bot an , sie sofort auf seine Kosten bewaffnet und ausgerüstet auszusenden. Im Juli 1793 musste die Gemeinde dann die Requisition von 15 Männern erdulden, die um 4 Uhr morgens im Rathaus unter den unverheirateten oder verwitweten Männern zwischen 16 und 45 Jahren ausgelost wurden...

Einige andere pittoreske Details gehören eher in die Kategorie der Anekdoten als in die wichtiger historischer Fakten. So wurde die katholische Kirche zum „Nationalhaus“ umbenannt und musste auf seinem Hauptaltar die Büste der Göttin der Vernunft aufnehmen. Eine allzu vergängliche Freiheitsstatue zierte den Akazien-Platz, dort wo sich heute das Haus Charbonnel befindet. Die Strassen im Ortszentrum erhielten neue Namen, von denen einige noch erhalten sind. Die ‚Strasse der Sakristei’ wurde umbenannt zur ‚Strasse der Gleichheit’. Die ‚Grosse Strasse’ (heute rue Dominique Ancemot) wurde ‚Mirabeau-Strasse’: diese Um-taufe fand mit großem Pomp am 14. April 1791 statt und wurde von der Gesellschaft der Freunde der Verfassung Is-sur-Tille durchgeführt. Die ehemalige ‚Schlossstrasse’ wurde zur ‚Soicheron-Strasse’ (heute rue Charbonnel). Der ‚Kirchplatz’ wurde zum ‚Platz der Kommune’ und der ‚Marktplatz’ (heute ‚Platz der Republik’) zum ‚Platz der Freiheit’.

Ein Freiheitsbaum wurde dort gepflanzt und wurde zum Mittelpunkt der großen ‚Ewigkeitsfeier’ am 20. Prairial des Jahres II.

 

Inhalt

Die Name des Stadt

Die Urspünge

Das Mittelalter

Ein Königlicher Besuch und ein Gründungsurkunde

Die Religionskriege

Die Revolution

Das 19. Jahrhundert

Das amerikanische Lager und das XXe Jahrhundert

Bibliographie